Schaibing bei Passau


| Home | | Chronik | | Partnerseiten | | Umgebung


CHRONIK

 

1825 wurde die 1818 gegründete Gemeinde Leizesberg, die die Orte Haunersdorf, Hubing, Hundsruck, Leizesberg, Mitterreuth, Nebling, Rampersdorf, Rothenkreuz, Saxing, Schaibing, Schergendorf, Schmölz, Steinbruck und Ziering umfasste in Gemeinde Schaibing umbenannt.


Aufgrund des in der Gegend stattfindenden historischen Graphitbergbaus kamen Mitte des 19. Jahrhunderts die Ortschaften Bavariaschacht, Hewigschacht, Knappenhäusl, Knappenreuth, Krameröden, Kronawitterschacht und Kropfmühl hinzu. Einige dieser Namen sind im Zuge der Stillegung des Berbaus wieder aufgehoben.

Der Name Schaibing ist von der Lage auf einer Hochfläche (Scheibe) abgeleitet. Der Ort ist sicher aufgrund von Rodungen in der sich über Jahrhunderte hinziehenden Besiedlung entstanden.

Schaibing gehörte mit den umliegenden Ortschaften seelsorgerisch zur Pfarrei Untergriesbach.

Um 1915 wurden die ersten Überlegungen zu einer eigenen Pfarrei Schaibing angedacht. Grund hierfür war das gesteigerte Selbstbewusstsein der Leute sowie die rasante Entwicklung im Graphitbergbau, die einen Anstieg der Bevölkerung brachte.

1922 gelang es dem Untergriesbacher Pfarrer Josef Fritsch die "Kirchenstiftung Schaibing" zu gründen. Gottesdienste wurden mehrere Jahre lang im "Steil Haus" abgehalten.

1935 entstand neben der Dorfkapelle die Notkirche. 1939 waren die ersten Überlegungen zum Bau einer Kirche vorhanden. Durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges war dies jedoch nicht mehr möglich.

Im Jahre 1952 wurde der Grundstein gelegt und am 29. August 1952 das Richtfest gefeiert. Am 22. März 1953 wurden die Glocken geweiht. Am 21. und 22. September 1953 fand die feierliche Weihe statt.

Am 1. September 1954 wurde die Expositur Schaibing (seit 1. Juni 1937) zur Pfarrei erhoben und der ehemalige Expositus Karl Prinz zum Pfarrer ernannt.

Im Jahre 1960 verließ Pfarrer Karl Prinz Schaibing. Im folgte bis 1963 der Hauzenberger Kooperator Friedrich Karl. 1963 kam Pfarrer Paul Poppe nach Schaibing. Er wirkte bis 1994 und war zeitweise auch Dekan. 1994 übernahm Pfarrer Lothar Zerer die Pfarrei.

Die Schaibinger Kirche war am Anfang noch nicht ganz ausgestattet. die endgültige Ausgestaltung des Altarraumes erfolgte erst in den letzten Jahren.

Am 2. Februar 1962 wurde im alten Schulhaus der Kindergarten errichtet.

In Schaibing existiert eine durch die Schaibinger Lehrer verfasste Chronik. Aus dieser ist hier zu den Tagen am Ende des 2. Weltkrieges zitiert:

Am 1. Mai 1945 gegen 17.00 Uhr marschierten die ersten Amerikaner in Schaibing ein und durchsuchten alle Häuser nach Waffen. Nur das "Hellauer-Häusl" genannte Holzhaus blieb verschont, es war so baufällig, dass die Amerikaner nicht hineingingen. Sämtliche Bauern mussten ihr Heim unter Zurücklassung aller Lebensmittel und Möbel räumen. Sie wohnten 3 Tage lang in Ställen und Scheunen. Aber auch hiervon blieb das "Hellauer-Häusl" ausgenommen, da sein Bewohner sehr verwildert aussah und den Amerikanern energisch entgegentrat. Diese sprachen daraufhin vom Hexenhaus und machten einen Bogen herum.

Am 4. Mai kamen weitere Truppen und noch mehr Quartiere wurden benötigt. Nach sechs Tagen zogen die amerikanischen Soldaten ab. Danach versetzten plündernde Banden aus Polen, Rußland und angeblich aus Konzentrationslagern kommende Männer, die Dorfbewohner in Angst und Schrecken. Unter Georg Kern formierte sich ein Selbstschutz der die Plünderer vertrieb. Der damalige Bürgermeister Johann Krenner wurde wegen der Zugehörigkeit zu NSDAP am 16. Mai von amerikanischen Offizieren abgesetzt. Gegen seinen Willen wurde Josef Kainz Bürgermeister, der für die Bevölkerung zu sorgen hatte. Eine weitere schwere Aufgabe war es, die aus Ungarn und Rumänien ausgewiesenen Deutschen unterzubringen. In Abständen von sechs bis zehn Tagen musste die gesamte Bevölkerung zur Registrierung vor der Schule antreten. Unter Androhung der Todesstrafe war der Bürgermeister verantwortlich, dass alle zur Erfassung kamen.

Ab 1946 trat schrittweise wieder Ordnung ein. Johann Bauer wurde zum Bürgermeister gewählt. Er und seine Nachfolger arbeiteten am Aufbau einer intakten Gemeinde mit der nötigen Infrastruktur.

Ab 1965 wurde die Flurbereinigung durchgeführt und 1972 erfolgte die Eingemeindung in den Markt Untergriesbach.

 

 


 © 2007 by Hans Gell - Neustifter Str. 5 - 94051 Hauzenberg - Tel. 0 85 86 / 52 13
Fax. 0 85 86 / 91 75 96 - E-Mail: Joh.Gell@t-online.de

Impressum